unerhÖrt. er ist fertig …

SPEAK UP! is finished. (A 2106/17. 98′, German with english subtitles (by Alex Frederickson))

Der Dokumentarfilm “unerhÖrt” behandelt das Thema Schwerhörigkeit.

Die Gesellschaft teilt ein in “Hörende” und “Gehörlose” – Schwerhörige sind da irgendwo dazwischen. Ob leicht oder an Taubheit grenzend schwerhörig: Auf den ersten Blick ist diese Beeinträchtigung unsichtbar. Sie wird meistens erst bemerkbar, wenn wer nicht versteht oder falsch versteht.

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Der Film –

3 Jahre konnte ich die beiden Protagonistinnen in ihrem Alltag mit der Kamera begleiten und intensive Gespräche führen. Wir haben uns alle gemeinsam (Filmemacherin und ProtagonistInnen) auf diesen filmischen Prozess eingelassen, ohne zu wissen, wohin er uns führen wird. Die Offenheit der Protagonistinnen ermöglichte mir, mit der Kamera in ganz privaten Situationen dabei zu sein. Und so hat sich der Film  – und mit ihm die filmische Story  – analog zum Leben der Protagonistinnen weiter entwickelt; Vom Arbeitststellenwechsel über Schwangerschaft und Geburt, von Trennung zu neuer Liebe – die ganz “alltäglichen” Lebensthemen.

Dabei geht es natürlich immer um die Schwerhörigkeit der Protagonistinnen und der Umgang ihrer gut hörenden Lebensumgebung mit dieser unsichtbaren Beeinträchtigung.

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Ingrid (Logopädin), Manuela, Maria und Amelie      Catrin und ihr Freund Eric

Die Protagonistinnen –

Manuela hat sich für ein Cochlea Implantat, Catrin hat sich dagegen entschieden – beide haben sich bewusst für ihre Form von Leben in der hörenden Welt entschieden – und so zeigen sie uns beide je eine Möglichkeit des Lebens mit der Schwerhörigkeit in unserer Gesellschaft.

Sie lassen uns ihren Alltag miterleben, und dabei zeigt sich auch mit welchen Schwierigkeiten, Hürden und Konflikten sich schwerhörige Menschen in unserer Gesellschaft in allen, speziell allen kommunikativen Situationen auseinandersetzen (müssen) – wenn alleine telefonieren schon sehr schwer fällt oder nicht möglich ist!

Catrin ist Lehrerin an einer Schule mit hörbehinderten und guthörenden Kindern in Salzburg. Sie ist nach einem Jahr Bildungskarenz – ein Jahr auf der Kunstschule in Wien – wieder nach Salzburg zurückgekehrt, wo sie in ihrer Beziehung mit Eric glücklich ist.

Manuela ist Ergotherapeutin und hat ihre Arbeitstelle am Landesinstitut für Hörbehinderte in Vorarlberg gewechselt und ist nach Niederösterreich zurückgekehrt. Nach der Geburt ihrer Tochter Amelie ist sie in Karenz.

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Manuela mit Amelie an der Donau     Catrin mit Freundin Babsi an der Donau

Amelie ist, wie ihre Mutter Manuela, von Geburt weg hochgradig schwerhörig. Es wird gerade durchprobiert, wie und ob sie mit Hörgeräten ausreichend versorgt ist. Der Hörgeräteakustiker ist begeistert.

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Manuela mit Amelie

Das Baby eröffnet für den Film den Zugang zu einer neuen, auch filmkünstlerisch-auditiven Ebene: Bildlich und auditiv werden seine Reaktionen auf Töne, sein “Ertasten von Tönen”, das Erlernen von “Hören”, auch anhand der begonnenen Frühförderung festgehalten. So entstehen – über die inhaltliche Auseinandersetzung hinaus – zusätzlich neue filmische (Ton-)Bilder, die anders nie möglich geworden wären!

Die auditive Ebene –

die Welt der Töne und wie sich sich “anfühlt” auszudrücken – das will der Film. Der Tonkünstler Gerhard Laber hat diese Idee hervorragend umgesetzt und mit der Soundkomposition eine Erfahrungsebene geschaffen,  auf welcher ein hörendes Publikum “hören” bewusst erleben kann.

Der Film will Hörerlebnis sein, will sensibilisieren: Wie ist das, wenn Stimmen und Töne verzerrt klingen, wenn Inhalte nur schwer wahrgenommen werden können? Der Film will die “Ohren öffnen” für Töne die – auch von Guthörenden – üblicherweise kaum bis gar nicht wahrgenommen werden – wie klingen denn zum Beispiel Schneeflocken?

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Maria und Amelie                       Catrin und Eric beim Aufbau der Ausstellung

Auch mit den Protagonistinnen wurde filmisch die Welt der Töne erkundet – So geht M. mit ihrem Baby im Wald spazieren, ein Wind bewegt die Blätter, ein Bach plätschert und ganz langsam verschwindet das Rauschen der Blätter, das Plätschern des Wassers aus dem “Hörbild”, der Bach und die Blätter bleiben aber zu sehen. Oder der Wind wird bei einem Gespräch so laut, dass er die Stimmen völlig übertönt. Catrin ist als Lehrerin täglich vielen verschiedenen Tönen ausgesetzt: Kinderlachen, Geschrei, Hohe Töne, tiefe Töne, Verzerrungen, Täuschungen..

Der Film auf der Tonebene ebenso künstlerisch zu spielen wie auf der visuellen Ebene, um dem Publikum zu ermöglichen, Hören als Sinn und sinnlich zu entdecken.

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Manuela zurück in Niederösterreich                   Catrin und Eric im Regen

Barrierenfrei –

der Film ist für ein schwerhöriges, für ein gehörloses und ein gut hörendes Publikum gedacht. Alle sollen diesen Film sehen! Schwerhörige können mit dem Film ihre eigene Schwerhörigkeit, ihre eigenen Schwierigkeiten vielleicht besser erklären und reflektieren – und Guthörenden will der Film überhaupt eine erste “Berührung” mit dieser Beeinträchtigung ermöglichen.

Menschen, die das Mundbild brauchen zum Verstehen, brauchen auch Untertitel im Film. Klar, dass der (in deutsch, englisch und französisch) untertitelte Film für schwerhörige und gehörlose Menschen erst so verständlich wird.

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Die Produktion –

  Drehbeginn war 2009, damals auf DV-Cam im Format 4:3.

Seither wurde auch in HD, AVCHD und ProRes gedreht. Ich habe mich für die Beibehaltung des Bildformats 4:3 aus ästhetischen Gründen entschieden: Ich finde, die Privatheit kommt einfach starker rüber.

Die Postproduktion –

Über die Jahre ist viel Material zusammengekommen und einiges konnte nicht in den Film einfliessen. Neben anderen Projekten und den  Dreharbeiten für den Film wurde das letzte Jahr an der Fertigstellung des Bildschnitts gearbeitet; um diesen Sommer und Herbst endlich dem Tonkünstler Gerhard Laber den Rohschnitt für das Sounddesign zu überlassen.

Die endgültige Bild- und Tonmischung hat im Oktober und November 2016 stattfgefunden und der Film ist fertig.

Filmlänge ist 98 Minuten.

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Manuela                                                                                        Catrin

unerhÖrt / speak UP!

Release: End 2016

How very difficult it was to make a film about hearing difficulty whilst observing the decline in my own ability to hear and learning to accept it. This became my own very personal challenge and I hope the film benefitted from my ability to walk in the shoes of my protagonists. 

If I have given you, the members of the viewing public, whatever your hearing status, an insight into our world, it will all have been worth it. For me and for everyone who took part in or worked on this film. To them, I am greatly indebted.

 


Die Autorin und Filmemacherin –

Ich bin selber “spätertaubt” und zunehmend hochgradig Innenohr-Hochton-Schwerhörig. Während der Arbeit an diesem Film habe ich mich auch mit meiner eigenen Schwerhörigkeit stark auseinandersetzen müssen und habe – neben dem “neuen Hören” mit tollen neuen Hörgeräten – angefangen, mich mit einer Entscheidung für oder gegen ein Cochlea Implantat (C.I.) herumzuschlagen.

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Nicole Baïer

geb. 1967 in Basel/Schweiz. Filmemacherin (Dokumentaristin) und Szenographin (Videoarbeiten am Theater und für Performances), Kommunikationswissenschafterin. Wohnt seit 1994 in Salzburg, Österreich und arbeitet international.

Als Filmemacherin ist sie mit Leidenschaft Dokumentaristin (Stoffentwicklung, Drehbuch, Kamera, Schnitt).Ihre Videoarbeiten spannen einen Bogen vom Dokumentarischen über Musik- und Tanzvideos bis in den intermedialen und experimentellen (Medien-) Raum (Szenographie, Videoarbeiten und -installationen im Raum).

Dokumentarische, intermediale und szenographische Arbeiten (Auswahl):

“Überall nirgends lauert die Zukunft” (A 2016) Text: Vladimir Vertlib, Regie: Christa Hassfurther.  Video-Szenographie und Projektion für die Bühne des Theaterstücks über Flucht. P: theater bodiendsole und ARGE Kultur Salzburg.  “CI-CADAS” (A 2015) Intermediale Tanzperformance für 6 TänzerInnen. Gemeinsam mit Birgit Mühlmann-Wieser. P: b.m-w dance company. (Video-Szenographie für 3 Leinwände). PREMIERE am 22. Januar 2015, Szene Salzburg. “Schneekönigin” (A 2015) Video-Szenographie für das inklusive Theaterstück. R: Reinhold Tritschner. P: Theater ecce. “Mingma Nuru Sherpa” (Nepal/Austria 2014/15) Dok. über den Sherpa Mingma Nuru zwischen Nepal und Europa. R: Edith Zehentmayer und Mingma Nuru. (Kamera, Schnitt, Dramaturgie). “Chorfantasien” (A 2014) Theaterstück von Gerd Jonke. Atmosphärische Video-Szenographie. R: Hildegard Starlinger. Mit gebärdendem Chorus. “Make a Change – STOP FGM” (A/Sierra Leone 2014). Introfilm für Dok. über die Frauenbeschneidung. “Am Puls der Gletscher” (A 2012) P: Land Salzburg, für die Ausstellung: Aqua Alta Alpina, Messe Salzburg Feb. 2012. Videoloops über Gletschermessungen. Konzept, Kamera, Schnitt. “was wir träumen” (A 2012, Dok. zum gleichnamigen Theaterprojekt mit jungen Flüchtlingen) R: Andrea Maurer, K: Peter Pfund. Konzept (gem. mit Andrea Maurer), Schnitt & Co-Dramaturgie. “König Oedipus” (A 2011) R: Adele Kobald. P:Theater Focuss. Szenographie (Video & Bühne). “Borderlines/Grenzgänge” (A 2011, szenographische Videoarbeit für Tanz.  2009 Uraufführung). Tanz & Choreografie: Birgit Mühlmann-Wieser. K: Christiane Pott-Schlager. Szenographie & Videoschnitt. Der Kürsingersteig. Ein Alpenvereinsweg am Fuss des Großvenedigers”. (A 2010, Dokumentarfilm) Idee: Heinz Slupetzky. Konzept, Kamera, Schnitt. “blurred memories” (A 2009, Video mit Tanz), Genius For Sale” (A 2006, Film zur Lifemusik). Musikalische Leitung: Max Kickinger. P: Jazzit. Splitter” (A 2000-2005, Experimental/Dok) P: Studio West Salzburg. Konzept und Beiträge. Summer of Art (A 2000, Dokumentarfilm über die Int. Sommerakademie Salzburg). Mit Mario Jandrokovic. Konzept, R, K, Schnitt. Dani Prosjaka – Days Of Beggars” (BiH/A, 1999/2003, Musiktheatervideo). “GalerieErsatz” (Experimental. A, 1998). “RaumBild“ (Installation mit Super8. 1997).

Stipendien: Internationale Sommerakademie für Bildende Kunst, Salzburg 1997. Klasse Brigitte Kowantz.

Ausstellungen: 2014, Filmausschnitte, Loops und Videostills aus “unerhÖrt”, Amt für Antidiskriminierung, Frauen und Behinderung der Stadt Salzburg. 2012, für Aqua Alta Alpina, Messe Salzburg. 2009, Galerien der Stadt Salzburg (Teilnahme).

 

Projekte in Arbeit:

Die Gletscher als Individuen. Beobachtungen, Beforschungen, Beziehungen.” (Arbeitstitel), Dokumentarfilm über Gletscher und die Veränderungen im europäischen Alpenraum. Mit Heinz Slupetzky u.a. Geplante Fertigstellung:  Frühjahr 2016.

“Ein syrisches Schicksal” (Arbeitstitel). Dokumentarfilmprojekt über eine syrische Familie in Österreich. Mit Samer Shreiki, Salim Chreiki, u.a.

Ein Forscher im Hochgebirge. Erinnerungen an Helmut Heuberger“. Dokumentarfilmprojekt mit Helmut Heuberger, Helma Schimke, Kurt Diemberger, Sepp Goldberger, Hermann Klier, Ludwig Braun, u.a. Gemeinsam mit Sina Moser.

 

In Planung: Ich suche und mache (mit meiner Kamera) ständig  neue Bilder für neue künstlerische Ausdrucksformen, und finde diese seit einiger Zeit verstärkt im Theater- und Performancebereich.

Und ich bin am Aufspüren von Tönen und Bildern im abstrakten und im europäischen Kultur-Raum… coming soon!

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